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KSO – Die neue Disziplin im Social Web?

abgelegt unter → Klout, Marketing, Social Media, Twitter
veröffentlicht von Herbert Peck Herbert Peck
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klout

Wie, Sie haben den Begriff »KSO« nie gehört? Keine Sorge, als Begriff ist das noch meine Fiktion und steht für »Klout Score Optimazion«. Nicht fiktional ist jedoch: Klout Scores werden zur Zeit wie auf dem Basar gehandelt. Alle Browser bieten inzwischen Plugins, die sicher­stellen, dass keine Twitter-Timeline ohne die Anzeige des Klout Scores bleiben muss. Das umständliche Aufrufen das Klout-Dashboards inklusive der Eingabe des Usernamens ist unnötig.

Klout Scores sind also eine sehr öffentliche Angelegenheit. Die dahinterstehenden Algorithmen sind es nicht. Dies ist einerseits wichtig, damit Versuche die Klout-Algorithmen auszutricksen verhindert oder zumindest erschwert werden, damit die Algorithmen nicht wertlos werden. Aber ist es denn so, das Klout eine wirklich robuste Analyse für den Einfluss in Sozialen Netzwerken oder auch nur auf Twitter liefert? Über die Probleme mit der Datenbasis hatte ich bereits einige Gedanken veröffentlicht. Wie steht es aber um die Manipulierbarkeit des Klout Scores selbst?

N(Sch)ützt die Geheimniskrämerei?

Adriaan Pelzer hat auf RAAK ein interessantes Experiment beschrieben, das Sie kennen sollten, um einschätzen zu können, wie robust ein Klout Score ist. Er ließ 4 Bots in unterschiedlichen Abständen twittern: Bot 1 jede Minute, Bot 2 alle 5 Minuten, Bot 3 alle 15 Minuten und Bot 4 alle 30 Minuten. Nach 80 Tagen überprüfte er die Klout-Scores der Bots und überprüfte diese 24 Stunden später. Die Ergebnisse waren nahezu identisch. Hier sind die Klout Scores der Bots nach 80 Tagen + 24 h dargestellt.

klout_score_bots
Grafik: Adriaan Pelzer

Ich habe die Klout Scores einmal gegen die zeitlichen Abstände der abgesetzten Tweets aufgetragen.

klout_score_bots

Es ist offensichtlich, dass die Werte nicht zufällig verteilt sind. Statistiker würden sagen, die Abhängigkeit des Klout Scores von der Tweet-Frequenz ist signifikant. Das erscheint doch ein wenig suspekt. Auch ohne genaue Kenntnis des Algorithmus von Klout ist der Score manipulierbar.

Adriaan Pelzer schreibt dazu:

The fact is, though, no matter how you look at it, unless Klout updates this aspect of their algorithm, in another 80 days Bot 1 could very well have the same Klout Score as @scobleizer!

Taking into account that many Twitter clients (like Hootsuite) and filter applications (like Datasift) are using Klout as a trusted way of filtering tweets, it means Klout will have to up their game on this one to stay in the game.

Das Ergebnis dieses Experimentes hat Klout-SEO Joe Fernandez offensichtlich so aufgeschreckt, dass er sich nur wenige Stunden nach Veröffentlichung des Postings mit einem längeren Kommentar zu Wort meldete.

Clearly there is more we can do to recognize and punish bots. This is something we are working on and I think you’ll be impressed with what we have coming. That said, this is an incredibly hard problem that even Twitter still has trouble with (judging from the clear spam bots I see following me and not disappearing).

Ob ihm bei seiner schnellen Reaktion wohl klar geworden ist, dass auch Blogs einen nicht zu unterschätzenden Einfluss im Social Web haben und es unverständlich ist, dass Klout das nicht berücksichtigt? ;)

Folgt auf SEO jetzt KSO?

Das Ergebnis zeigt, Klout ist ein wenig wie der Google Page Rank: Der misst die Qualität einer Seite, theoretisch. Er ist aber anfällig für allerlei Tricksereien und Black Hat SEO, und manchmal verwundert der Page Rank mancher Seiten.

Marketing-Fachleute müssen Klout und die anderen sozialen Scoring-Systeme ernst nehmen – egal, was sie persönlich darüber denken. Es wird wichtiger werden, denn was Google und Bing darüber denken, können Sie hier lesen. Was bedeutet das? Die Information, dass sowohl Google als auch Bing die Social Scores beim Ranking der Suchergebnisse stark berücksichtigen, wird bei Marketing-Strategen nicht unberücksichtigt bleiben können. Und es wird auch eine neue Welle von Missbrauch, Tricksereien und Black Hat KSO geben. Es ist leider so: Wo Missbrauch möglich ist, wird es Missbrauch geben.

Ich schaue mit leichtem Unbehagen auf die künftige Entwicklung der Social Scores. Wie geht es Ihnen damit? Wie immer freue ich mich über Ihre Meinung in den Kommentaren.

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3 Responses leave one →
  1. Februar 22, 2011

    Hallo,

    danke für den Beitrag, bringt doch etwas Licht ins Dunkel :-)
    Der KSO ist m.E ein zu flüchtiger Wert, um wirklich eine Aussage zu haben.
    Mal ein paar Tage Urlaub vom Rechner und schon geht der KSO runter – was soll das als Info bringen?
    Und wer, aus den SMM-Junkies auf der Angebots- und Nachfrageseite interessiert sich dafür?

    btw: Top Blog, top Infos:Danke dafür!

    Ledzep

  2. Februar 22, 2011

    Sehr guter Einblick ins Thema. Das Thema der Messbarkeit beschäftigt mich auch, nicht zuletzt unter dem Aspekt der Augenwischerei. Dieser Beitrag von Jeremiah Owyang ist eine sehr gute Ergänzung und er sagt im Prinzipt nichts anderes wie: Vertrau nicht einer einzigen Quelle. Das sollten wir uns ja eigentlich als Kommunikationsfachleute gewohnt sein. Wer mag, liest auch die Kommentare, da sind auch noch etliche spannende Voten drin. http://www.web-strategist.com/blog/2011/02/21/klout-for-business-a-sometimes-useful-metric-but-an-incomplete-view-of-customers/

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  1. Geht das Spiel der »New Social Scorekeepers« auch für die Unternehmen auf? | ishp consulting

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